Bikini
Jahr 2014

New York Highline

New York High-Line
Mischtechnik auf Leinwand, Größe 105 x 300 cm, Jahr 2011

 

Die Methode, die noch frisch bemalte Bildfläche mit einem Wasserguss abzuschwemmen, hebt harte, schroffe Übergänge auf, zerstört farbige Kleinstrukturen. Das Bild läuft zu einer harmonischen und intensiven Einheit zusammen, die die Malerin nur bedingt steuern und regulieren kann – spätere Korrekturen können sich nur auf Bildausschnitte beziehen. Für viele Bilder werden Fotovorlagen gebraucht. Erinnerungshilfen. Gabriel fotografiert – Landschaften, Häuser. Oder sie verwendet die Fotos anderer.

G.L. Gabriel gebraucht auf ihre Weise Methoden der Aktionsmalerei, des Tachismus. Sie tut das beobachtend, besonnen. Sie hat sich ihre Sehweise, ihre Handschrift erarbeitet. Ihre Bilder sind selbstbewusst, diesseitig – ohne Pathos, ohne falsches, ohne gutgemeintes Pathos, das künstlerisch von allen Pathosgesten das peinlichste ist, weil durch und durch verbraucht und abgestanden. Gabriel erhebt mit ihren Bildern keine über diese hinausweisenden Ansprüche. Die Malerin verweist auf nichts, sie lehrt nichts. Gabriel macht auf ihre Weise Wirklichkeiten, die von Menschen, die von Landschaften, bildhaft sichtbar.

Die besondere Leistung der Bilder von G.L. Gabriel: Die Bilder halten Zeit an in der Weise, daß Verfall, Vergehen unsentimental zur Bildformel gerinnen. Sie überdauern als flüchtige Bild-Zeugen dieser Zeit."

Auszüge aus einem Text von Herrmann Wiesler: "Das Genaue des Raschen – Arbeiten von G.L. Gabriel".


Sowjetisches Ehrenmal II
1995, Mischtechnik auf Leinwand 150 x 290 cm

Reichstag, 1996
Mischtechnik auf Leinwand 160 x 220 cm

Skia Photographie

 

Aus der Serie „Fabrik an der Mauer"

Blick auf die Mauer mit Wachturm in Richtung Spree
Übermalter Barytabzug, Ost Berlin - Osthafen, 1987 / SKIA Photography, 7 Exemplare, Jahr: 2009, 67,52 x 194 cm, 2009

 

„Die Farberscheinung eines jeden Bildes ist auf einen bestimmten Tonwert gestellt. Differenzierte Einstimmigkeit: Es herrscht ein Farb-Wert, dessen Skala in allen Variationen erscheint. Das gibt den Bildern Variationsreichtum und gleichzeitig Entschiedenheit und einen gewissen Ernst. So beiläufig-frisch das rasche Streichgefüge ist, so besonnen zeitlos definieren die Farben den Bild-Charakter. Die Farben sind dünn-deckend, ganz und gar nicht austauschbar. Da sie ausgewaschen, der Leinwand eingefärbt wirken, sind sie unverrückbar, gelassen mit der Natur langen und tiefen Atmens. Sie objektivieren das Bild. Die von ihnen mitgeteilte Stimmung ist keine vorübergehende. Sie ist eine dauernde. Das den Bildern ablesbare Rasche ihres Herstellungsvorganges und das aus den wehenden Farbwerten sprechende Ruhig-Distanzierte geben den Bildern Spannung."

Auszüge aus einem Text von Herrmann Wiesler: "Das Genaue des Raschen – Arbeiten von G.L. Gabriel".

 

Ski hotgraphy